Klemens Paul Kaatz: Klavier solo
Weitere Informationen sowie Demo-Stücke meines Soloprogramms finden sich auf meiner MySpace-Seite >hier. Ein Konzertausschnitt findet sich auf YouTube: >Klemens Kaatz in einem Konzert im Juli 2010
/ Über Vernunft und Phantasie
Nicht die offenkundige Virtuosität, auch nicht die Schönheit der Kompositionen, nicht einmal der starke Wiedererkennungswert der Stücke ist das Besondere, das uns dieser exceptionelle Pianist in seinem ersten Soloprogramm beschert. Die genannten Charakteristika sollten keineswegs gering geachtet werden, aber sie allein werden dieser Musik nicht gerecht.
Klemens Paul Kaatz erschuf musikalische Geschichten, Stücke, die sprechen, akustische Erzählungen, die ein Eigenleben zu besitzen scheinen. Man hört die autarke Kröte, die nicht erlöst zu werden wünscht (Lady Princess), man spürt die Dissonanz zwischen Körper und Geist (Krank), man gleitet bis zur Abhängigkeit in die Sommernächte des Nordens hinein (White Nights in Leningrad), man hört prasselnde Regentropfen und wirbelnde Blätter fallen (Oktober), man tanzt in den Mai (Erster Mai), erlebt glückliche Augenblicke, deren Kürze noch während sie andauern schmerzt (Short Times of Happiness).
Sehen Sie hier einen kurzen Ausschnitt aus einem Konzert im Juli 2010:
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Dass dies für die Meisten als ein sehr ästhetischer, sehr wertvoller Moment des Jazz durchginge, ist allerdings für den außergewöhnlichen Musiker stets ein Ärgernis. Selbst solch geräumige Begriffe wie "Jazz" sind für ihn auf inakzeptable Art ungenau, was einerseits mit seinen verschiedenen Einflüssen zusammenhängt (russische und balkanische Folklore, Klassik, contemporary Jazz, Pop, Rock). Andererseits liegt dies an seiner allgemein unkonventionellen Haltung beim Musizieren - außer Klavier, E-Piano, Orgel, Synthesizer und Akkordeon bedient er häufig auch elektronische Effektgeräte auf der Bühne, und zwar, ohne ein Instrument daran anzuschließen (d.h. nicht eins, das ER spielt), er komponiert neben Musik für Streich- und E-Gitarenquartett solche für Autohupen oder gar für elektrische Lampen.
Um so überraschender ist es, wie absolut der Komponist in seinen Klavier-Stücken auf technische Möglichkeiten verzichtet. Er lässt sein Instrument allein seine Musik präsentieren. Sie klingt dann manchmal schräg und kratzig, mal leicht und beschwingt, mal undurchsichtig und düster, mal rhythmisch und fast zum Tanzen verleitend und sie ist immer wunderschön.
Klemens Paul Kaatz beteiligte sich bis Dato an vielen und sehr verschiedenen Projekten. Das Spektrum reicht von der Funk-Jazz-Band “I’m Hungry!” über die Folkrock/Weltmusik-Legende “Ougenweide” und den Artrock-Geheimtip “Helgoland” bis zu dem improvisierenden Elektro-Noise-Duo “Intertronik”. Aktuell tritt er mit dem Analogsynthesizer-Duo “Pingpong” und der Elektrojazz-Gruppe “Nord Elektro” auf. Seine Soloarbeit ist aber in keinem dieser Projekte wiederzufinden. Frei von jeglichem Ballast und überflüssigen Arrangements stellt dieses Soloprogramm eine ganz neue und unbekannte Seite des Pianisten dar.
/ Lady Princess
You’re a princess
and I’m a frog,
just cold and ugly,
a green animal.
But you’re boring me with culture
and I hope so strongly
I’ll never be your prince!
In your dreams you see your-
self with a crown,
having golden and sweet long hair,
in your hand a precious stone.
In your dreams you’re the most
beautiful girl,
fair and lovely, desire of all men.
But you really are a fool,
‘cause you cannot understand
that I wish you
would be a frog like me!
||: You’re not my dream
but you’re my disease!
I’m not your prince
but I’m what you need! :||
/ Maybe
Summer in the street fills my heart,
reminds me of the dreams I had.
Far away there was a place
I used to call my home.
...
Summer in the street makes me cry,
I’m waiting for the tears to go by.
All the time there was a hole
in my life. I know
I should go ...
When I see the snow in the streets
covering all the painful dreams,
maybe then there’ll be some hope
in my heart again.
Maybe then ...
/ Strange Blues for a Strange Country
(Englische Übersetzung)
Strange Blues in the streets,
Strange signs on the walls,
Strange words in my ears,
Strange girl an my mind.
Strange things you do,
Strange stories you tell,
Strange love you give,
Strange games you play!